CANoe (CAN Open Environment) unterstützt den gesamten Entwicklungsprozess vernetzter Systeme von der Planung bis zur Inbetriebnahme. Mit der CANoe osCAN Library können die in CANoe vorhandenen Mechanismen zur Restbussimulation auch für die Entwicklung und den Test von Steuergerätecode verwendet werden. Voraussetzung ist lediglich, dass das Zielsystem OSEK-OS als Betriebssystem nutzt und die Vector CANbedded Komponenten für die Kommunikation verwendet werden - ohne teure Zielhardware!
Eigenschaften/Vorteile:
Die CANoe osCAN Library erlaubt es, OSEK-OS-Applikationen auf einem PC mit CANoe auszuführen. Dadurch kann die Entwicklung eines Steuergerätes ohne Verfügbarkeit der Zielhardware bis zu einem reifen Entwicklungsstand durchgeführt werden.
Die Entkopplung der Entwicklung von Hardware und Software eines Steuergerätes resultiert in einer erheblichen Zeitersparnis und führt so zur merklichen Senkung der Entwicklungskosten:
- keine Zielplattform notwendig
- dezentrale Entwicklung möglich
- keine Verzögerung durch fehlende Hardware
Zudem ist die Entwicklung von Tests für das Steuergerät leicht möglich, da die gesamte Vielfalt an Funktionalitäten von CANoe zur Verfügung steht.
Funktionen:
Die vom Anwender erstellte OSEK-OS-Applikation wird mit dem Microsoft Visual C++ Compiler Version 6.0, 7.1 oder 8.0 übersetzt und an die osCAN Library gebunden. Die erstellte Dynamic Link Library (DLL) kann in CANoe eingebunden werden.
Für den Anwender stehen somit die umfassenden Möglichkeiten von CANoe auch für virtuelle OSEK-Knoten zur Verfügung. Dazu zählt sowohl die Möglichkeit, CANoe zur Restbussimulation im Netzwerk einzusetzen, als auch auf dessen Analysemöglichkeiten (Trace-Fenster, Grafik-Fenster, Logging etc.) zurückzugreifen.
Spezielle Funktionen:
- Einbindung der höheren Schichten der Vector CANbedded Softwarekomponenten (CCP, Transport-Protokoll, Netzwerk-Management, Interaction-Layer und Diagnose).
- Einfaches Debuggen der Applikation, da die "globale Zeit" der kompletten Emulation bei Erreichen eines Breakpoints gestoppt wird.
- Erstellen spezieller DLLs für den Test von Steuergeräten, ohne dass auf die Funktionalitäten von CANoe verzichtet werden muss.
Anwendungsgebiete:
Die zunehmend steigende Komplexität von Steuergeräten erfordert einen Entwicklungsprozess, der es erlaubt, an unterschiedlichen Entwicklungsstandorten die Software des Steuergerätes zu implementieren. Eine entsprechend teure Zielhardware wird für die Entwicklung und den Test von Funktionalitäten mit der CANoe osCAN Library nicht vorausgesetzt.
Die CANoe osCAN Library kann auch für Steuergerätecode, der kein OSEK-OS verwenden, benutzt werden, indem man die Hauptroutine der Anwendung in einer OSEK-Task ausführt.
Schnittstellen zu CANoe:
Die I/O-Schnittstellen der Hardware können von CANoe vollständig simuliert werden. Hierzu werden die Umgebungsvariablen aus CANoe verwendet, die eine generische Schnittstelle zum Datenaustausch bieten. Der Anwender muss somit lediglich eine Abstraktionsschicht erstellen, die beim Wechsel auf die Zielhardware die Zugriffe auf die Umgebungsvariablen durch die plattform-spezifischen I/O-Zugriffe ersetzt.
Der speziell an CANoe angepasste Treiber für die Bussysteme CAN und LIN stellt für den Zugriff auf den Bus das in vielen Serienapplikationen verwendete CAN- bzw. LIN-Treiber API von Vector zur Verfügung. Deshalb sind beim Umstieg von der CANoe osCAN Library auf die Zielhardware nur geringe Änderungen innerhalb der Steuergeräte-Applikation notwendig.
Darauf aufbauende, höhere CANbedded Komponenten können somit leicht eingebunden werden. Dazu stehen sämtliche Generierungswerkzeuge z.B. zur Treiberparametrierung zur Verfügung. Der Steuergerätecode ist ohne weitere Modifikation sowohl auf der Zielhardware als auch in der CANoe Simulationsumgebung lauffähig.
Weitere Details finden Sie im Datenblatt.