MCNet baut auf dem bewährten Controller Area Network (CAN) auf. Entwickelt wurde MCNet von Bosch zur Vernetzung elektronischer Kraftfahrzeugkomponenten. MCNet stellt alle benötigten Dienste zum Datenaustausch einschließlich Transportprotokoll und zur Netzwerkverwaltung zur Verfügung. Die zum Betrieb typischer Komponenten wie Audio-, Video- und Navigationsgeräte benötigten Anwendungsnachrichten können über eine Datenbankschnittstelle leicht in MCNet integriert werden.
Vector Informatik verfügt über tiefgehende Erfahrungen bei der Elektronikvernetzung über CAN und bietet in Kooperation mit Bosch ein spezielles Erweiterungsmodul für das Entwicklungswerkzeug CANoe an. Im Rahmen dieser Zusammenarbeit werden von Vector auch Beratungen und Schulungen angeboten.
Spezifikation:
Interessenten können die MCNet-Spezifikation sowohl bei Bosch als auch bei Vector anfordern. Um die Spezifikation von Vector zu erhalten, gehen Sie bitte wie folgt vor:
Öffnen Sie das Anforderungsformular (PDF). Drucken Sie das Formular aus und senden Sie es bitte unverändert und vollständig ausgefüllt per Post (bitte nicht faxen!) an:
- Vector Informatik GmbH
z.H. Fr. Monika Heller
Ingersheimer Str. 24
70499 Stuttgart
MCNet Konzept:
Neue Technologien und Dienste wie beispielsweise der digitale Rundfunk DAB (Digital Audio Broadcasting) stellen hohe Anforderungen an ein System für Information und Unterhaltung im Kraftfahrzeug. Stand-Alone Lösungen werden sich zukünftig trotz steigender Hochintegration zu komplexen, vernetzten Systemen wandeln. Für die Kommunikation der dezentral angeordneten Komponenten wie z.B. Tuner, CD-Changer, Navigation, Telefon, TMC (Traffic Message Channel), DAB oder Telematikendgeräte wurde bei Bosch K7 (Mobile Kommunikation) der MCNet-Standard entwickelt. Das auf dem Controller Area Network (CAN in der Version 2.0 A) basierende Übertragungsprotokoll MCNet ist für Steuer- und Kontrolldaten sowie Anzeigedaten im Textformat konzipiert und bietet eine hohe Übertragungssicherheit. Durch getrennte Verbindungswege für Audio und Videodaten sind sehr flexible Netzwerke bei sehr hohem technischen Niveau realisierbar.
Die Datenübertragung erfolgt ereignisorientiert. Die mittlere Belastung des Bussystems und somit auch die der Geräteprozessoren sinkt. Dadurch wird die Übertragung von langen Tabellen oder Texten möglich, ohne daß der Benutzer eine Verzögerung wahrnimmt. Da bei der ereignisorientierten Übertragung im Gegensatz zu einer zyklischen Übertragung mit (hoher) Redundanz keine Daten verloren gehen dürfen, besitzt das Übertragungsprotokoll spezielle Sicherheitsmechanismen. Selbst ein Spannungseinbruch während einer Übertragung durch einen Startvorgang stellt kein Problem für das Übertragungsprotokoll dar. Das Mobile Communication Network unterstützt die verbindungsorientierte Kommunikation, d.h. Nachrichten können gezielt verschickt oder empfangen werden.
Die MCNet Spezifikation erfolgte in Anlehnung an das Schichtenmodell der ISO (International Organisation for Standardization). Das sogenannte OSI-Modell (Open System Interconnection) ermöglicht eine saubere Trennung zwischen Applikation und Kommunikation mit definierten Schnittstellen. MCNet umfasst neben dem Netzwerkmanagement, das im wesentlichen für die Einrichtung, Kontrolle und Terminierung von logischen Verbindungen zuständig ist, folgende Kommunikationsschichten:
- Physical Layer
- Data Link Layer
- Transfer Layer
- Adaptation Layer
Der Physical Layer (Busankopplung, d.h. Senden/Empfangen eines Bitstroms) und der Data Link Layer (Senden/Empfangen von CAN-Telegrammen) werden im wesentlichen durch Hardware abgedeckt. Alle anderen Schichten werden mit Software realisiert. Der Transfer Layer ermöglicht durch eine Segmentierung von Nachrichten die Übertragung von Daten beliebiger Länge (also keine Restriktionen durch das CAN-Telegramm mit seinen maximal 8 möglichen Datenbytes). Dadurch wird beispielsweise ein Software-Download via MCNet durchführbar. Die Übertragung von umfangreichen Datemengen kann für wichtige Meldungen jederzeit unterbrochen werden (Expedited Service). Der Adaptation Layer stellt die Schnittstelle zur Applikation dar.
Das Mobile Communication Network und die übergeordnete Vemetzungsphilosophie sind auf die typischen Bedürfnisse von Kommunikations- und Informationssystemen im Kraftfahrzeug zugeschnitten. Das System ist somit prädestiniert für 'Mobile Multimedia Anwendungen'. Die ersten MCNet Komponenten für das Handelsgeschäft sind seit Mitte 1996 in Menge. Das Übertragungsprotokoll MCNet oder Teile davon werden auch im Erstausrüsterbereich eingesetzt.
CANoe MCNet:
Unerlässlich für die Entwicklung, Prüfung und Wartung verteilter Systeme ist die Bereitstellung geeigneter Tools. CANoe bietet als Entwicklungsumgebung für CAN-Projekte die Möglichkeit, benutzerspezifische Funktionen (z.B. auf CAN basierende höhere Protokollschichten) über eine DLL-Schnittstelle einzubinden.
Für MCNet bietet Vector eine spezielle DLL-Schnittstelle für CANoe an, mit der sich MCNet-Komponenten simulieren lassen und die Datenkommunikation zwischen MCNet-Komponenten in einem realen System beobachtet werden kann.
Zur Simulation werden die Knoten im Simulationsaufbau von CANoe mit der Funktionalität der MCNet-Transportschicht ausgestattet. Aufgaben, wie z.B. das Senden eines Applikationsdatenblocks, können so durch den Aufruf einer einzigen Funktion realisiert werden.
Zu Analysezwecken steht ein spezieller MCNet-Beobachter zur Verfügung, der mit Hilfe einer MCNet-Datenbasis den CAN-Datenverkehr auswertet und die übermittelten MCNet-Nachrichten online anzeigt.
Selbstverständlich stehen dem Anwender auch hier sämtliche Analyse- und Testfunktionen von CANoe (Einsatz von Panels, Aufzeichnung und Offline-Auswertung des Bus-Verkehrs, Statistische Analyse des Busverkehrs, ...) zur Untersuchung von MC-Netzwerken zur Verfügung.